Ninamarie

Seitenprojekt von Marten Ebsen (Turbostaat) und Thomas Götz (Beatsteaks), aber ganz sicher mehr als eine Spaßband. Beide leben und arbeiten in Berlin.

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Feuer in der Nachbarschaft

Limitierte, farbige 12″ (mit Poster & Downloadcode)
Sechs Songs für sieben Silvester: Ninamarie melden sich zurück! Wer verabscheut sie nicht, die guten Vorsätze fürs neue Jahr, doch manchmal sind wir denen dankbar, die sich an den Quatsch nicht nur erinnern, sondern selbigen auch beherzt umsetzen. So wie Marten und Thomas von Turbostaat und Beatsteaks, die Silvester 2005 entdeckten, wie viel Spaß sie beim spontanen Musizieren im Proberaum bekamen und das Resultat kurzerhand veröffentlichten. Natürlich mit dem festen Vorsatz, die Gaudi ab sofort jedes Jahr auf Vinyl zu bannen. Nur wenige Jahre später dürfen wir uns auf sechs ganz neue und logischerweise nicht mehr ganz so neue Stücke freuen, die in eben dieser Zeit entstanden sind. „Feuer in der Nachbarschaft“ heißt die Mini-LP, die Rookie Records am 15. März als 12“ veröffentlicht. Und eine auf 300 Stück limitierte farbige Vinyl-Auflage gibt es obendrein. Dass Nina und Marie Marten und Thomas immer wieder und allem voran einfach Spaß bereiten, daran lassen die sechs Songs keinen Zweifel. Reich und berühmt wurden die beiden schließlich mit ihren anderen Bands. Und genau deshalb hat es auch ein bisschen länger gedauert, wofür wir jetzt aufs Schönste entschädigt werden. „Das Hochzeitsgeschenk“ und die „Leichen zu Cocktails“ zählen zu den etwas älteren Schätzchen – „Ein toller Abend!“, erinnert sich Marten und Ja!, Überleben kann so gut und eindringlich klingen, dass man gerne durchhalten möchte. Gleich darauf landen wir in „Süßafrika“, einem instrumentalen Ausflug und irgendwann mal eine eher düstere Nummer. Doch dann kam Thomas‘ Flötenlehrer Mila Morgenstern gutgelaunt mit seiner Querflöte ins Spiel und aus Doom wurde schwuppdiwupp Ethnorock. Mila, über jeden musikalischen Zweifel erhaben, möge uns verzeihen: Querflöte auf Punkrock-Label hat uns einige Überwindung gekostet. Doch Ninamaries souveränes „Ein Muss“ erlaubte kein Zaudern. Streifen wir schließlich noch fast pixieesk Erdrock mit Synthesizer, denn „Der Ortsoberste“ treibt uns regelrecht vor sich her, schneller und schneller, bis wir in „33 Runden“ noch rasch zu Atem kommen. Masha Qrella sei Dank, so charmant wie sie den jungen Mann mit ihrem Gesang über all die Runden begleitet. Wir fühlen uns aufs Beste an Velvet Underground erinnert. Das Schlagzeug haben Marten und Thomas übrigens vierhändig ohne Fußmaschine gespielt. Und am Ende bleibt uns die Luft weg. Einfach Atemstillstand. „Der Fucking Kommandeur“ schnürt uns die Kehle zu; Marten selbst nennt es „ein wackeliges Stück Musik, quasi ein Seemannslied“. Doch genau diese geradlinige Aufrichtigkeit im unversöhnlich sein mit denen, die an früheren Konsens appellieren, wo immer schon nur Dissens war, macht dieses Stück so beklemmend und alles andere als wackelig. Da geben sich Ninamarie in der Mitte des Songs fünf Minuten Zeit, die ganz stoisch und lakonisch die Kälte ausstrahlen, in der uns menschenverachtende Menschen zurücklassen. – Finale mutig. Moll-Dur-Sprung. Tusch. Ende.

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© 2012 Rookie Records